Motocross- und Crosshelm-Guide: LS2 und AIROH im Vergleich
Ein Crosshelm sieht anders aus, sitzt anders und hat eine andere Aufgabe als ein normaler Straßenhelm – langer Kinnbügel, großer Schirm, kein Visier, dafür jede Menge Belüftung. Aber was unterscheidet den Motocrosshelm vom Endurohelm? Welches Material brauchst Du wirklich? Und lohnt der Aviator, oder tut es auch der günstige Einstieg? Dieser Guide sortiert das Offroad-Segment und stellt Dir die Helme von AIROH und LS2 mit ihren echten Stärken vor – ehrlich, inklusive der Grenzen jeder Klasse.
Was macht einen Motocross- / Crosshelm aus?
Ein Motocross- oder Crosshelm ist auf einen einzigen Zweck getrimmt: leichtes, gut belüftetes Fahren im Gelände. Das erklärt sein ganzes Aussehen. Statt eines Visiers hat er einen langgezogenen Kinnbügel und einen Schirm oben – die Sicht schützt Du mit einer separaten Crossbrille. Genau das ist der wichtigste Unterschied zum Straßenhelm: Ein Crosshelm kommt ohne Visier, die Brille gehört zwingend dazu.
Der lange Kinnbügel schafft Abstand vor Mund und Nase. Das sorgt für viel Luft beim harten Atmen im Gelände und lässt Platz für die Brille. Der Schirm hält Sonne, Schlamm und den Dreck des Vordermanns ab. Und weil es im Offroad-Sport auf jedes Gramm ankommt, sind Crosshelme betont leicht gebaut – gute Modelle wiegen rund 1.200 bis 1.400 Gramm.
Wichtig: Ohne Brille geht beim Crosshelm nichts – sie ist nicht Zubehör, sondern Pflichtausrüstung. Achte darauf, dass die Brille gut in die Helmöffnung passt und der Schaumstoff sauber am Gesicht abschließt. Am einfachsten kaufst Du Helm und Brille zusammen und probierst die Kombination direkt zusammen an.
Motocrosshelm, Endurohelm, Adventure-Helm: die Unterschiede
„Motocross- / Crosshelm" wird oft für alles Geländetaugliche verwendet – dabei gibt es feine, aber wichtige Unterschiede. Sie hängen davon ab, wie viel Straße im Spiel ist.
| Bauart | Sicht | Typischer Einsatz | Besonderheit |
| Motocross- / Crosshelm | Crossbrille, kein Visir | Motocross, Strecke, reines Gelände | Am leichtesten, maximale Belüftung, langer Kinnbügel |
| Endurohelm | Brille, oft Visier-Vorbereitung | Enduro, Gelände mit Straßenanteil | Wie Crosshelm, teils mit Zusatzoptionen für längere Etappen |
| Adventure-/ Dual-Sport-Helm | Visier und Schirm, brillentauglich | Reiseenduro, Straße + Schotter | Kompromiss aus Cross- und Integralhelm alltagstauglicher |
Kurz gesagt: Der Motocrosshelm ist der Spezialist fürs Gelände, kompromisslos leicht und luftig. Der Endurohelm ist eng verwandt, oft aber auf längere Touren mit etwas Straßenanteil ausgelegt. Und der Adventure-Helm ist der Allrounder für alle, die viel Straße und ab und zu Schotter fahren – er hat als Einziger ein Visier und funktioniert dadurch auch ohne Brille.
Tipp aus der Werkstatt: Fährst Du überwiegend auf der Strecke oder im reinen Gelände, nimm den echten Crosshelm. Bist Du viel auf der Straße unterwegs und willst nur gelegentlich in den Dreck, bist Du mit einem Adventure-Helm meist glücklicher – er erspart Dir die Brille im Alltag.
Beliebte Motocrosshelme, Endurohelme und Adventurehelme:
Worauf es beim Crosshelm ankommt
Zwischen dem 145-Euro-Einstieg und dem 840-Euro-Carbon-Helm liegen Welten. Diese Punkte entscheiden, was Du wirklich brauchst:
- Schalenmaterial. Einsteiger-Crosshelme haben eine Schale aus Thermoplast – robust und günstig, aber etwas schwerer. Die Mittelklasse setzt auf Composite/HPC, die Oberklasse auf Carbon: leichter und steifer, dafür teurer. Weniger Gewicht heißt weniger Ermüdung auf langen Fahrten.
- Gewicht. Im Gelände zählt jedes Gramm am Kopf. Carbon-Modelle liegen um die 1.200–1.350 g, Einsteiger etwas darüber.
- Belüftung. Beim Cross arbeitest Du körperlich – viele Lufteinlässe und Auslässe sind kein Luxus, sondern Grundausstattung.
- Sicherheitssysteme. Achte auf ein Notfall-Entriegelungssystem (die Wangenpolster lassen sich im Ernstfall herausziehen, damit Rettungskräfte den Helm schonend abnehmen können) und – bei höherwertigen Modellen – auf ein System gegen Rotationskräfte bei schrägem Aufprall (bei AIROH heißt das AMS).
- Verschluss. Im Offroad-Bereich ist der bewährte Doppel-D-Ring-Verschluss Standard.
- Zulassung. Für die Nutzung auf öffentlichen Straßen und Wegen muss der Helm nach ECE 22.06 zugelassen sein. Reine Wettbewerbshelme können ausschließlich eine FIM-Rennhomologation tragen – dazu unten mehr.
Tipp aus der Werkstatt: Lass Dich von Carbon nicht blenden. Für den Wochenend-Fahrer bringt ein guter Thermoplast- oder Composite-Helm das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Carbon lohnt vor allem, wenn Du oft und lange fährst und die Gewichtsersparnis spürst.
AIROH Crosshelme von Wraap bis Aviator
AIROH ist im Offroad-Sport eine feste Größe – die italienische Marke (Hersteller Locatelli S.p.A.) rüstet zahlreiche Profis aus und deckt vom günstigen Einstieg bis zum Weltmeister-Helm die gesamte Bandbreite ab. Bei uns findest Du die Offroad-Modelle in der AIROH Off-Road-Kategorie.
Der AIROH Aviator: der Helm der Weltmeister
Das Aushängeschild ist der Aviator – laut AIROH der „Helm der Weltmeister", entwickelt für die Ansprüche der Top-Fahrer in Motocross, Enduro und Rallye. Die Reihe ist gestaffelt:
Der Aviator 3 EVO zeigt, was die Reihe kann: Er trägt eine doppelte Homologation nach ECE 22.06 und FIM Racing 02, ist also sowohl straßenzugelassen als auch rennstreckentauglich. Dazu kommen AIROHs Sicherheitstechnik gegen Rotationskräfte (AMS2 EVO), eine im Windkanal optimierte Belüftung und eine HPC-Carbonschale mit einem Gewicht ab rund 1.330 g. Besonders stark ist der Lieferumfang: Serienmäßig liegen eine Action-Cam-Halterung, eine Schirmverlängerung und eine hochwertige Helmtragetasche bei.
Tipp aus der Werkstatt: Der Aviator 3 EVO ist ein Profi-Helm – für den Gelegenheitsfahrer oft mehr, als nötig ist. Wenn Du den Aviator-Look und die Passform willst, ohne den vollen Renn-Aufpreis zu zahlen, schau Dir den Aviator Ace 2 an. Für harten Wettbewerb und lange Renntage spielt der EVO seine Stärken aus.
Twist 3 und Wraaap: der günstige Einstieg
Nicht jeder braucht einen Weltmeister-Helm. Für Einsteiger, Jugendliche und Gelegenheitsfahrer hat AIROH zwei attraktive Modelle, beide bieten die typische Crosshelm-Form mit langem Kinnbügel und Schirm zu einem fairen Preis und sind damit der unkomplizierte Weg ins Gelände.
LS2 Crosshelme die MX-Serie
Auch LS2 ist im Gelände zu Hause – die Modelle der MX-Serie decken vom Einstieg bis zum Carbon-Renner alles ab. Einen Überblick findest Du in der LS2 Cross- und Endurohelm-Kategorie.
Am besten sortierst Du die Reihe nach Anspruch und Budget:
- Der Einstieg: MX437 Fast Evo. Der günstigste LS2-Crosshelm ist der thermoplastische MX437 Fast Evo – die vernünftige Wahl für Einsteiger und alle, die einen soliden Geländehelm ohne großes Budget suchen.
- Die Mittelklasse: MX700 Subverter Evo. Der LS2 Crosshelm MX700 Subverter Evo setzt auf eine leichte KPA-Schale, wiegt rund 1.300 g, bringt einen abnehmbaren Schirm, den Doppel-D-Verschluss und ein Notfall-Entriegelungssystem mit und ist nach ECE 22-06 geprüft.
- Der Carbon-Renner: MX703 X-Force. Das sportliche Topmodell ist der LS2 Crosshelm MX703 X-Force mit ultraleichter Carbonschale (rund 1.200 g), einem integrierten Trinksystem, magnetisch gehaltenem Schirm, Doppel-D-Verschluss und Notfall-Entriegelung – geprüft nach ECE 22.06.
- Für lange Etappen: MX708 Force II. Als weiteres sportliches Modell steht der LS2 Crosshelm MX708 Force II zur Wahl.
Wer eher Richtung Enduro und Adventure unterwegs ist, findet mit dem MX701 Explorer Carbon einen carbonbasierten Geländehelm für längere Touren – ebenfalls in der LS2-Kategorie gelistet.
Tipp aus der Werkstatt: Das integrierte Trinksystem des MX703 klingt nach einer Kleinigkeit, ist im Gelände aber Gold wert: Du trinkst während der Fahrt, ohne anzuhalten und ohne den Helm abzunehmen. Gerade an heißen Renntagen macht das einen echten Unterschied.
Crosshelm für Kinder
Auch der Nachwuchs will ins Gelände – und beim Crosshelm für Kinder gilt eine Regel besonders streng: Der Helm muss passen, nicht mitwachsen. Ein zu großer Helm sitzt locker, verrutscht und schützt im Ernstfall nicht richtig. Kaufe deshalb nie „auf Zuwachs", sondern immer die Größe, die jetzt passt.
Miss den Kopfumfang des Kindes und orientiere Dich an der Größentabelle des jeweiligen Modells – viele Crosshelme gibt es in kleinen Größen. Achte darauf, dass der Helm rundum anliegt, ohne zu drücken, und dass sich der Kopf im geschlossenen Zustand nicht im Helm drehen lässt. Und wie bei den Großen gilt: eine passende Kinder-Crossbrille gehört dazu.
Kinderhelme von LS2 findest Du gebündelt in der LS2 Kinderhelm-Kategorie.
Tipp aus der Werkstatt: Kinder wachsen schnell – kontrolliere die Passform mindestens einmal pro Saison. Sobald der Helm zu locker sitzt oder Druckstellen entstehen, ist es Zeit für die nächste Größe. Sicherheit geht hier klar vor Sparen.
Die richtige Größe finden
Ein Crosshelm schützt nur, wenn er sitzt. So misst Du richtig: Leg ein Maßband etwa 1 cm über dem Ohr um die breiteste Stelle Deines Kopfes und lies den Umfang in Zentimetern ab. Als Orientierung dient diese Übersicht:
| Bestellgröße | Kopfumfang |
| XS | 53 - 54 cm |
| S | 55 - 56 cm |
| M | 57 - 58 cm |
| L | 59 - 60 cm |
| XL | 61 - 62 cm |
| XXL | 63 - 64 cm |
Tipp aus der Werkstatt: Ein neuer Helm darf sich anfangs stramm anfühlen – das Wangenpolster gibt beim Einfahren etwas nach. Drücken darf er nirgends, und beim Kopfschütteln (ohne geschlossenen Kinnriemen) soll er sich nicht mitdrehen. Liegst Du zwischen zwei Größen, nimm im Zweifel die kleinere.
Den passenden Crosshelm finden
So kommst Du am schnellsten ans Ziel:
Weg 1 – über die Suche: Gib Dein Modell direkt oben in die Suchleiste ein, etwa „Aviator 3" oder „MX703", und grenze die Treffer über die Filter auf die passende Marke und den Produkttyp ein.
Weg 2 – über die Kategorien: Stöbere in Ruhe durch die AIROH Off-Road-Helme und die LS2 Cross- und Endurohelme. Marken- und modellübergreifend findest Du das gesamte Angebot in der Kategorie Cross- & Endurohelme.
⚠ Denk beim Kauf gleich an die passende Crossbrille – ohne sie ist der Helm im Gelände nicht einsatzbereit.
Passende Crossbrillen:
Fazit
Der richtige Crosshelm hängt weniger vom Preis als vom Einsatz ab. Wer hart und oft fährt, profitiert von einer leichten Carbonschale und Renn-Technik – hier spielen der AIROH Aviator und der LS2 MX703 X-Force ihre Stärken aus. Für Einsteiger, Jugendliche und Gelegenheitsfahrer sind ein AIROH Twist 3 oder Wraaap beziehungsweise ein LS2 MX437 Fast Evo oder MX700 Subverter Evo die vernünftigere Wahl – solide, geländetauglich und deutlich günstiger.
Drei Dinge solltest Du in jedem Fall beachten: die Größe sorgfältig ausmessen, beim Straßeneinsatz auf die ECE-22.06-Zulassung achten – und die Crossbrille nicht vergessen, denn ohne sie ist kein Crosshelm komplett.
FAQ zu Cross- und Motocrosshelmen
Die häufigsten Fragen rund um Cross- und Motocrosshelme haben wir hier für Dich zusammengetragen.
Was ist der Unterschied zwischen Crosshelmen und Motocrosshelmen?
Es gibt keinen – beide Begriffe meinen denselben Helmtyp fürs Gelände: mit langem Kinnbügel und Schirm, aber ohne Visier. „Crosshelm" ist die Kurzform, „Motocrosshelm" die ausführlichere Bezeichnung.
Was ist der Unterschied zwischen Crosshelmen und Endurohelmen?
Beide sind sich sehr ähnlich. Der reine Crosshelm ist auf Motocross und Strecke ausgelegt – maximal leicht und luftig. Der Endurohelm ist eng verwandt, oft aber auf längere Etappen mit etwas Straßenanteil zugeschnitten. Wer viel Straße fährt, ist mit einem Adventure-Helm mit Visier meist besser bedient.
Brauche ich beim Crosshelm eine Brille?
Ja. Ein Crosshelm hat kein Visier – die Sicht schützt Du mit einer separaten Crossbrille. Sie ist Pflichtausrüstung und keine Option. Achte darauf, dass die Brille sauber in die Helmöffnung passt.
Welcher AIROH Aviator ist der richtige?
Das hängt vom Einsatz ab. Der Aviator Ace 2 ist der Einstieg in die Reihe, der Aviator 3 die aktuelle Generation. Das Profimodell Aviator 3 EVO trägt eine doppelte ECE- und FIM-Homologation und bringt Action-Cam-Halterung, Schirmverlängerung und Tragetasche mit. Ganz oben steht der Aviator 3 Carbon auch preislich gesehen.
Ist ein Crosshelm auf der Straße erlaubt?
Für den Einsatz auf öffentlichen Straßen und Wegen muss der Helm nach der aktuellen Norm ECE 22.06 zugelassen sein. Viele Cross- und Endurohelme erfüllen das. Reine Wettbewerbshelme mit ausschließlich einer FIM-Rennhomologation sind dagegen nicht automatisch straßenzugelassen – die genaue Zulassung steht auf der Produktseite und dem Prüfetikett im Helm.
Worauf muss ich bei einem Crosshelm für Kinder achten?
Der Helm muss jetzt passen, nicht mitwachsen. Miss den Kopfumfang und wähle die passende Größe; der Helm soll rundum anliegen, ohne zu drücken, und sich nicht auf dem Kopf drehen lassen. Eine passende Kinder-Crossbrille gehört dazu. Kontrolliere die Passform mindestens einmal pro Saison.
Wie viel wiegt ein guter Crosshelm?
Crosshelme sind bewusst leicht gebaut. Carbon-Modelle wie der LS2 MX703 X-Force liegen bei rund 1.200 g, der AIROH Aviator 3 EVO bei etwa 1.330 g. Einsteiger-Modelle aus Thermoplast wiegen etwas mehr.
Was bedeutet die FIM-Homologation?
FIM Racing ist eine zusätzliche Prüfung für den Renneinsatz, wie sie etwa der AIROH Aviator 3 EVO trägt. Sie ergänzt – ersetzt aber nicht – die Straßenzulassung: Für die Nutzung auf öffentlichen Wegen ist die ECE-22.06-Zulassung maßgeblich.
Aus welchem Material solle mein Crosshelm sein?
Für Gelegenheitsfahrer reicht eine Schale aus Thermoplast oder Composite völlig aus – robust und preiswert. Carbon lohnt sich vor allem, wenn Du oft und lange fährst: Es ist leichter und steifer, aber deutlich teurer.
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Hinweis: Alle Preisangaben Stand Juli 2026, Änderungen vorbehalten. Angaben zu Normen und Zulassungen sind allgemeine Hinweise und ersetzen keine Rechtsberatung – maßgeblich sind die Herstellerangaben und das Prüfetikett am Helm.